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Alle Gespräche im Überblick

11. Mai 2011 Marburg - "Weltkulturerbe oder Insel der Verwöhnten - kann die deutsche Theaterlandschaft vom Ausland lernen?"

Matthias Faltz (Intendant Hess. Landestheater Marburg)
Rob Vriens (Regisseur Niederlande/Deutschland)
Alexander Leiffheidt (Chefdramaturg Hess. Landestheater Marburg)
Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Universität Hildesheim)

Kein anderes Land der Welt hat eine so vielfältige und reichhaltig ausgestattete Theaterlandschaft wie Deutschland. Aber in keinem anderen Land der Welt befindet sich das Theater auch in solchem Maße in einer kulturpolitischen, strukturellen und finanziellen Dauerkrise wie bei uns. Luxusprobleme? Wohl kaum - man muss nur den Blick auf Wuppertal richten, um den neuesten Fall einer prominenten und leidenschaftlich umkämpften Theaterschließung vorzufinden. Auch in Hessen ist neuerdings wieder die Rede von Strukturveränderungen und Spartenschließungen. In dieser Ausgabe der Hessischen Theatergespräche wollen wir mit Theatermachern und Produzenten aus dem europäischen Ausland diskutieren, ob wir hierzulande in der Tat von den Organisationsformen der Theaterlandschaften unserer Nachbarländer etwas lernen können. Aber nicht nur um das liebe Geld soll es gehen, sondern auch um den Zusammenhang von Struktur und Ästhetik. Wie beeinflusst die Organisation des Theaterapparats das, was auf der Bühne geschieht? Besteht überhaupt Vergleichbarkeit zwischen den gewachsenen Strukturen im deutschsprachigen Raum und anderswo? Und wenn ja, wie kann man Unterschiede und Gemeinsamkeiten produktiv machen.

 

Vergangene Gespräche:

 

28. März 2011 - Theater und Migration.

17Uhr - Vortrag zum Thema von Prof. Dr. Wolfgang Schneider.

18Uhr - Podiumsdiskussion

Ruşen Kartaloğlu, Theaterpädagoge mit Schwerpunkt "Interkulturelle Arbeit", Badisches Staatstheater Karlsruhe
Matthias Faltz, Intendant Hessisches Landestheater Marburg
Azar Maria Mortazavi-Manesh, Dramatikerin (Berlin). Preisträgerin des Else-Lasker-Schüler Preises 
Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Universität Hildesheim

 

 

12. Januar 2011 - Hochschulen der Darstellenden Künste
Prof. Dr. Heiner Goebbels (Universität Giessen)
Matthias Faltz (Hess. Landestheater Marburg)
Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Universität Hildesheim)

Antú Romero Nunes, erst vor einigen Monaten von der Zeitschrift »Theater Heute« zum Nachwuchsregisseur des Jahres 2010 gekürt, legte seine Diplominszenierung ein knappes Jahr vor Erlangung der begehrten Trophäe an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« in Berlin vor. Jette Steckel, die die Ehrung einige Jahre vor Nunes erhielt, studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Und David Bösch, der 2006 mit 28 Jahren sowohl den Nachwuchspreis der Salzburger Festspiele einheimste als auch für den renommierten Nestroy-Theaterpreis nominiert wurde, kommt von der Hochschule Musik und Theater Zürich. »Ernst Busch«, Hamburg, Zürich: Lauter junge Shooting Stars, lauter altehrwürdige Kunsthochschulen. Geht der Trend im deutschen Theater hin zur Kaderschmiede?

Wer den Blick aus der Ferne in die nächste Nachbarschaft richtet, der wird sich rasch eines besseren besinnen. Die Gießener Justus-Liebig-Universität ist zwar auch schon über 400 Jahre alt. Das an ihr beheimatete Institut für Angewandte Theaterwissenschaft produziert nun aber schon seit geraumer Zeit TheatermacherInnen, die die etablierten Kategorien des Theaterbetriebs gehörig durcheinander wirbeln. Ob Gruppen wie Rimini Protokoll, ältere Jahrgänge wie René Pollesch oder die jüngsten Generationen, die seit neuestem auch in Marburg die Theaterwelt unsicher machen: was die Gießener auszeichnet, ist vor allem, dass sie herkömmliche Unterscheidungen zwischen Theorie und Praxis, Kunstform und Kopfgeburt, freien Wilden und Staats-Regie-Theater mit viel kreativer Energie unterlaufen. Und auch aus anderen Ecken der Republik, zum Beispiel aus Hildesheim, tauchen immer mehr junge Kulturpraktiker und Theaterkünstler auf, die interdisziplinäre, erstklassige Arbeiten hinlegen, ohne jemals eine sogenannte »klassische Ausbildung« absolviert zu haben.

Aber vielleicht gibt es ja so etwas schon längst nicht mehr? Auch die altehrwürdigen Talentschmieden gehen schließlich mit der Zeit, und die Grenzen zwischen freier Szene und Stadttheater-System sind zumindest in der künstlerischen Praxis durchlässiger geworden. Was müssen junge Theatermacher heute können, und wo können sie es lernen? Wonach halten Intendanten Ausschau, und was bekommen die Jungen von den Meistern des Fachs mit auf den Weg? Mit diesen Fragen werden wir uns in der dritten Ausgabe der Hessischen Theatergespräche am 12. Januar 2011 auseinandersetzen.
Zu Gast beim Marburger Intendant Matthias Faltz ist Heiner Goebbels, international ausgezeichneter Musiker, Komponist, Regisseur und seit 1999 Professor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft. Das Gespräch moderiert wie stets Professor Wolfgang Schneider, geschäftsführender Direktor des ersten und bislang einzigen deutschen Lehrstuhls für Kulturpolitik und Kulturmanagement an der Universität Hildesheim.

24. November 2010 - Wieviel Theater braucht die Schule?

Gerd Taube, Kinder- und Jugendtheaterzentrum der Bundesrepublik Deutschland
Eva Kühne-Hörmann, Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst
Dr. Tobias Purtauf, Elisabethschule Marburg
Michael Prötzel, Leiter der Europaschule Gladenbach

Theater und Schule haben in letzter Zeit besonders in Hessen eine gemeinsame Vorreiterrolle bei der Entwicklung und praktischen Vermittlung sogenannter "kultureller Bildung" übernommen. Aber was bedeutet das überhaupt? Was versprechen sich die Theater von ihrer Arbeit mit den Schulen? Was wünschen sich die Schulen im Gegenzug von den Theatern? Wo sind in der Praxis bereits Erfolge zu verzeichnen - wo gilt es noch bestehende Hemmnisse zu überwinden?

Die gemeinsam vom Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und dem Hessischen
Landestheater Marburg veranstaltete Gesprächsreihe möchte dazu einladen, den Blick auf die
größeren Zusammenhänge der Theaterlandschaft und Kulturpolitik im Lande zu richten.
Welches Theater braucht das Land? Wo findet Theater statt? Wer geht hin und wer nicht? Ist
Theater kulturelle Bildung? Diese und andere Fragen werden im Laufe der Spielzeit erörtert
werden.