Fortschritt ist möglich – aber: Oh Himmel über Berlin!

Der erfolgreiche Friedrichstadtpalast und die erfolglose FDP – Anmerkung zu einem genauso beispielhaften wie beispiellosen Vorgang.

Unweit der Spree schipperte der Theatertanker Friedrichstadtpalast etliche lange Spielzeiten in seichten Gewässern, und das nicht nur ästhetisch. Auslastungen und Umsätze gingen von Saison zu Saison nicht dramatisch, aber zuverlässig um ein paar Punkte zurück. Vergeblich wurden neue Intendanten angeheuert. Im Herbst 2007 übernahm das Ruder schließlich Dr. Berndt Schmidt, den keiner wirklich kannte. Jetzt kennt man ihn. (Wozu er, ganz ein Mann des Marketings, mit seiner stets aufgeknöpften Eventpräsenz auch nach Kräften beiträgt.)

Schmidt ließ die Bühne des Friedrichstadtpalastes noch einmal neu vermessen und es stellte sich heraus, dass sie die größte der Welt ist. Das größte Revuetheater Europas ist der Friedrichstadtpalast sowieso. Seine hinreissende Betonoptik kann mit den Designkuriositäten im DDR-Museum ein paar Meter spreeaufwärts mühelos mithalten. Für das Traditionshaus des Entertainmenttheaters also alles wunderbare Unique Selling Points. Zu deutsch: Alleinstellungsmerkmale. Und die weiß der Neue an der Spitze zu nutzen. In drei Jahren verschaffte er – Team und Ensemble dabei offenbar gut auf Kurs – dem Schlachtschiff der Revuekunst ein kleines Theaterwunder. Und es könnte noch ein ganz großes werden! Wenn denn Piraten aus dem politischen Lager die frisch aufgenommene Fahrt nicht stoppen – Was es zu verhindern gilt: Kampf der Kunstkarperei!

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