Es ist, als hätte Dresden sich fein gemacht an diesem frühwinterlichen Mittwochmorgen. Dachsimse und Haltestellenhäuschen sind von einem ersten, zaghaften Schnee bepudert. Die Morgensonne hat ein Leuchten auf Häuserfassaden und die Gesichter der Passanten gelegt. Im herzlichsten Sächsisch wird in der Straßenbahn ein Platz angeboten. Die Linie 2 Richtung Prohlis ruckelt einmal quer durch die Stadt, nach rechts unten über den Rand meines Stadtplans hinaus. Melodiös betitelt die automatische Haltestellenansage die Wegmarken. Es ist der 14. November und ich bin auf dem Weg zu einem Klassenzimmer. In eine von 23 Dresdner Schulen, die für die nächsten drei Tage Schauplätze eines Theaterfestivals werden sollen.
Ein Kommentar
Heimspiel – so titelt die Kulturstiftung des Bundes einen Fonds, mit dem Projekte gefördert werden, die eine Anbindung des Theaters an die lokale Bevölkerung herstellen, neue Zuschauerkreise gewinnen und sich intensiver mit den Bürgern, ihren Vorstellungen und Wünschen auseinander setzen wollen Doch wo ist der Mehrwert dieser Projekte für diejenigen, die nicht direkt involviert sind? Der Regisseur des Projektes “My God Rides a Skateboard“ Sven Miller sagt, es gehe in erster Linie nicht um das künstlerische Resultat. Der Prozess sei wichtig.